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EU plant nach neuem Gesetz härtere Bußgelder für Big Tech

byKerem Gülen
Juli 13, 2026
in Industrie
Home Industrie
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Laut Financial Times bereitet die Europäische Kommission neue Befugnisse vor, um Big-Tech-Unternehmen zu bestrafen, die es versäumen, Verbraucher, insbesondere Kinder, vor schädlichen Online-Praktiken zu schützen. Der vorgeschlagene Digital Fairness Act wird voraussichtlich Ende 2026 eingeführt und zielt darauf ab, manipulative Designpraktiken wie Dark Patterns und ausbeuterische Personalisierung anzugehen.

Am 10. Juli veröffentlichte die Kommission vorläufige Feststellungen, aus denen hervorgeht, dass Meta aufgrund des „süchtig machenden“ Designs von Instagram und Facebook gegen das Gesetz über digitale Dienste verstößt. Die Untersuchung untersuchte Funktionen wie unendliches Scrollen, automatische Wiedergabe, Push-Benachrichtigungen und personalisierte Empfehlungen, die nach Ansicht der Kommission zwanghafte Nutzung fördern.

Die Kommission empfahl Meta, die automatische Wiedergabe und das unendliche Scrollen standardmäßig zu deaktivieren, wirksame Bildschirmpausen einzuführen und seinen Empfehlungsalgorithmus so zu ändern, dass er sich weniger auf die Benutzerinteraktion konzentriert. Sollten die Feststellungen bestätigt werden, könnte Meta mit einer Geldstrafe von bis zu 6 % seines gesamten weltweiten Jahresumsatzes rechnen. Meta kann nun die Beweise prüfen und eine formelle Antwort geben.

In einer anderen Entwicklung stimmte das Europäische Parlament am 9. Juli für die Wiedereinführung von Chat Control 1.0, wodurch Plattformen bis April 2028 freiwillig unverschlüsselte private Nachrichten auf Material über sexuellen Kindesmissbrauch scannen können. Kritiker behaupteten, dass die Maßnahme normale Gesetzgebungsverfahren umging und in einer knappen Abstimmung im Rahmen eines „Dringlichkeitsverfahrens“ verabschiedet wurde.

Pavel Durov, Mitbegründer von Telegram, kritisierte das Vorgehen der EU, bezeichnete sie als „Bananenrepublik“ und bestätigte, dass Telegram aufgrund jeglicher Gesetzgebung keine privaten Nachrichten scannen würde. Datenschützer betonten, dass Ende-zu-Ende-verschlüsselte Dienste wie WhatsApp und Signal ausdrücklich vom Gesetz ausgenommen seien.

Die regulatorische Kontrolle des Technologiesektors hat sich in letzter Zeit intensiviert. Am 8. Juli wies das EU-Gericht die Klage von Apple gegen seine Gatekeeper-Einstufung gemäß dem Digital Markets Act ab. Darüber hinaus bestätigte Europas oberstes Gericht am 2. Juli eine Kartellstrafe in Höhe von 4,1 Milliarden Euro gegen Alphabet wegen seiner Praktiken mit Android. Der Digital Fairness Act wird sich weiter auf Verbraucherschäden und Kindersicherheit im Internet konzentrieren.


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