Meta enthüllte Brain2Qwerty v2, eine nicht-invasive Gehirn-Computer-Schnittstelle, die getippte Sätze aus rohen neuronalen Signalen in Echtzeit dekodiert. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich dabei um das leistungsstärkste System seiner Art. Die Ankündigung erfolgte zeitgleich mit der Veröffentlichung der ursprünglichen Brain2Qwerty-Forschung in Nature Neuroscience.
Mithilfe der Magnetenzephalographie (MEG) erreicht das System bei allen Teilnehmern eine durchschnittliche Wortgenauigkeit von 61 %. Für den Teilnehmer mit der besten Leistung erreichte die Genauigkeit 78 %, wobei mehr als die Hälfte der entschlüsselten Sätze einen oder weniger Wortfehler enthielten.
Brain2Qwerty v2 wurde anhand von etwa 22.000 Sätzen von neun Freiwilligen trainiert, die jeweils 10 Stunden lang mit einem MEG-Gerät aufgezeichnet wurden. Dieses System nutzt durchgängiges Deep Learning auf rohen Gehirnsignalen in Kombination mit fein abgestimmten großen Sprachmodellen. Es geht von der Dekodierung auf Zeichenebene zur direkten Dekodierung von Wörtern und Semantik über.
Meta gab an, dass die Leistung logarithmisch linear mit dem Datenvolumen skaliert, was auf Potenzial für weitere Genauigkeitsverbesserungen durch zusätzliche Trainingsdaten hinweist. Die Wortgenauigkeit von 61 % ist eine deutliche Verbesserung gegenüber Brain2Qwerty v1, das eine Zeichenfehlerrate von 32 % aufwies.
Um eine hohe Genauigkeit auf Wortebene bei der Dekodierung des Gehirns zu erreichen, waren bisher chirurgische Implantate erforderlich, die Risiken wie Infektionen und Signalverschlechterung bergen. Meta wies darauf hin, dass diese Forschung Patienten mit Hirnläsionen oder neurologischen Störungen, die die Kommunikation behindern, erheblich helfen könnte. Das Unternehmen sagte: „Wir glauben, dass diese Forschung das Potenzial hat, einen echten Unterschied für Millionen von Menschen zu bewirken, die an Hirnläsionen oder Störungen leiden, die sie an der Kommunikation hindern.“
Um die laufende Forschung zu unterstützen, hat Meta den vollständigen Trainingscode für Brain2Qwerty v1 und v2 veröffentlicht. Darüber hinaus veröffentlichte das Baskische Zentrum für Kognition, Gehirn und Sprache, ein Forschungspartner, den v1-Datensatz. Die Forschung wurde einem Peer-Review unterzogen und in Nature Neuroscience veröffentlicht.
Die öffentliche Reaktion auf die Ankündigung war gemischt. Einige lobten die Technologie für ihre Zugänglichkeit, während andere ihr Misstrauen gegenüber Metas Rolle in der Gehirnlesetechnologie zum Ausdruck brachten und Bedenken hinsichtlich des werbegetriebenen Geschäftsmodells des Unternehmens anführten.





