Laut einer Studie von Proton, in der 3.000 Personen aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland befragt wurden, lehnen viele europäische Verbraucher amerikanische Technologieunternehmen zunehmend aus Datenschutzbedenken ab. Die Ergebnisse zeigen, dass fast die Hälfte (45 %) der Befragten Unternehmen, die Kundendaten bei US-Firmen speichern, aktiv meiden würden, da Datenschutz und Sicherheit Vorrang vor Kosten oder Qualität haben.
Die Studie zeigt einen Wandel in der Verbraucherwahrnehmung auf, da drei Fünftel (58 %) der EU-Bürger bereit sind, zu in der EU ansässigen Anbietern digitaler Dienste zu wechseln, auch wenn dies mit der Zahlung höherer Gebühren verbunden ist. Die digitale Souveränität hat sich als Priorität erwiesen: Vier von fünf Verbrauchern (83 %) äußerten ihre Besorgnis über die Abhängigkeit der Gesellschaft von Big Tech und die Dominanz einiger weniger großer Unternehmen auf dem Markt.
Proton stellte fest, dass soziale Medien (48 %), E-Mail (46 %), Messaging-Apps (40 %) und Cloud-Speicher (38 %) die Bereiche sind, die den Datenschutz am meisten beunruhigen. Zwei Drittel (65 %) glauben, dass europäische Kleinunternehmen europäische statt US-amerikanische Technologieanbieter nutzen sollten, um die digitale Souveränität und Investitionsbindung zu unterstützen.
Bedenken hinsichtlich der US-Überwachungsgesetze, insbesondere des US CLOUD Act, der US-Strafverfolgungsbehörden den Zugriff auf Daten amerikanischer Unternehmen, einschließlich der in Europa gespeicherten Daten, ermöglicht, tragen zu diesen Datenschutzbedenken bei. Finanziell verlassen sich rund drei Viertel (74 %) der börsennotierten europäischen Unternehmen auf US-amerikanische Technologieanbieter, wobei Google und Microsoft 84 % des globalen Marktes für Büroproduktivität kontrollieren.
Raphael Auphan, COO von Proton, beschrieb die Abhängigkeit von US-Technologie als „kommerzielle Belastung“ und stellte fest, dass sich die Verbraucher zunehmend der damit verbundenen digitalen Lieferketten bewusst werden. Die finnische Europaabgeordnete Aura Sally betonte das mit dieser Abhängigkeit verbundene Risiko und erklärte: „Die USA könnten uns innerhalb einer Stunde ausschalten.“
Die Abkehr von US-amerikanischen Hyperscalern stellt eine Herausforderung dar, da eine vollständige Umstellung Jahre dauern könnte und es amerikanischen Unternehmen ermöglichen würde, regionale Lösungen zur Kundenbindung zu entwickeln. Die jüngsten Initiativen von Proton, einschließlich Gmail-Migrationsoptionen, zielen darauf ab, diesen Übergang zu erleichtern und gleichzeitig den wachsenden Anforderungen europäischer Verbraucher an Privatsphäre und Datensouveränität gerecht zu werden.





