Laut einem von Ravical in Auftrag gegebenen Bericht, in dem 500 KMU befragt wurden, stützen sich 70 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Vereinigten Königreich häufig auf eine durch künstliche Intelligenz (KI) generierte Finanzberatung, bevor sie ihre Buchhalter konsultieren. Nur 5 % der Unternehmen konsultieren KI selten oder nie, bevor sie sich an ihre Buchhalter wenden, was auf den wachsenden Trend hin zum Einsatz von KI bei Finanzentscheidungen hinweist.
Zu den häufigsten Anwendungen von KI in diesen Unternehmen gehören die Beantwortung von Steueranfragen, die Finanzplanung, die Entwicklung von Geschäftsstrategien und die Verwaltung routinemäßiger Buchhaltungsaufgaben. In vielen Fällen sind Buchhalter in erster Linie mit der Validierung KI-generierter Ratschläge beschäftigt und nicht mit der Bereitstellung erster Erkenntnisse.
Nur ein Drittel der KMU betrachten ihre Buchhalter als proaktive Partner, die strategische Erkenntnisse einbringen. Diese Wahrnehmung könnte die Präferenz für KI beeinflussen, da viele Unternehmensleiter ihre Unzufriedenheit mit ihren aktuellen Buchhaltungsdienstleistungen zum Ausdruck bringen. 91 Prozent der Befragten erwogen im vergangenen Jahr, den Buchhalter zu wechseln, um zeitnaheren Rat, bessere Vorausplanung und mehr Proaktivität zu erhalten.
Die Kosten scheinen kein wesentliches Hindernis zu sein; 92 % der KMU gaben an, dass sie für verbesserte Buchhaltungsdienstleistungen höhere Gebühren zahlen würden. Viele Führungskräfte suchen nach Anleitungen, die über die Einhaltung von Vorschriften hinausgehen, und wünschen sich eine proaktive Identifizierung von Chancen.
Joris Van Der Gucht, CEO eines Unternehmens der Branche, erklärte: „Man wird zur zweiten Meinung und muss besser und schneller sein als das Tool, das der Kunde bereits verwendet hat.“
Untersuchungen von Xero zeigen, dass Buchhalter, die KI nutzen, 31 % schneller Ergebnisse erzielen können. Darüber hinaus stellte das Institute of Chartered Accountants in England and Wales (ICAEW) fest, dass 85 % der Buchhalter offen für die Einführung von KI-Technologie sind, wobei 79 % erwarten, dass sich ihre Rolle zu „Datenwächtern“ entwickelt, die KI-Ergebnisse überprüfen und personalisierten Kontext hinzufügen. Der Bericht von Ravical stellt fest, dass grundlegende Compliance-Arbeiten zunehmend durch KI automatisiert werden, was die Rolle der Buchhalter erheblich verändert.
Darüber hinaus glauben 90 % der KMU, dass Compliance-Aufgaben in den kommenden Jahren weitgehend durch KI bewältigt werden könnten, und 35 % sehen dies bereits heute als Realität. Da KI immer mehr Verwaltungsaufgaben von geringem Wert übernimmt, wird von Buchhaltern erwartet, dass sie sich stärker auf strategische Beratung und den Aufbau von Beziehungen konzentrieren.
Der im April 2025 veröffentlichte ICAEW-Bericht betont die anhaltende Notwendigkeit menschlichen Urteilsvermögens in diesem Bereich. Während KI eine entscheidende Rolle bei der Bereitstellung unmittelbarer finanzieller Beratung spielt, bleiben ausgebildete Buchhalter in komplexen Situationen, die eine differenzierte Entscheidungsfindung erfordern, von unschätzbarem Wert. Erfolgreiche Buchhalter werden sich wahrscheinlich anpassen, indem sie hochwertigere Beratung anbieten und stärkere Beziehungen zu ihren Kunden pflegen.





