Am Montag wurde gegen Anthropic eine Bundesklage wegen irreführender Werbung im Zusammenhang mit den Nutzungsbeschränkungen seiner Claude Max-Abonnementpläne eingereicht. Die Klage zielt auf den Status einer Sammelklage im Namen anderer Verbraucher ab, die das Max-Abonnement seit seiner Einführung erworben haben.
Laut The Wall Street Journal behauptet Karl Kahn, ein Einwohner von Washington DC, dass die tatsächlichen Nutzungsobergrenzen für die Max 5x- und Max 20x-Stufen von Anthropic deutlich niedriger sind als das, was das Unternehmen bewirbt. Anthropic bietet drei kostenpflichtige Abonnementstufen an: Claude Pro, ab 17 $ pro Monat; Maximal 5x bei 100 $ pro Monat; und maximal 20x bei 200 $ pro Monat. Der Pro-Plan gibt an, mindestens das Fünffache der Nutzung pro Sitzung im Vergleich zum kostenlosen Dienst zu bieten, während die Max-Pläne das Fünf- bzw. Zwanzigfache der Nutzungsbeschränkungen des Pro-Plans versprechen.
In der Klage wird behauptet, dass Kahn nach dem Upgrade auf den Max-20x-Plan im April schnell seine wöchentlichen Nutzungsgrenzen erreicht habe. Er gab an, innerhalb einer fünfstündigen Sitzung 15 Prozent der erlaubten Nutzung verbraucht zu haben. Kahns Erfahrung wird von anderen Benutzern auf Reddit bestätigt, die ihre Frustration darüber zum Ausdruck gebracht haben, dass die Nutzungsobergrenzen unerwartet erreicht wurden.
Als Reaktion auf das Nutzerverhalten führte Anthropic im vergangenen Juli wöchentliche Ratenbeschränkungen für die Nutzung von Claude Code ein und zielte damit auf diejenigen ab, die den Dienst kontinuierlich nutzten. In der Beschwerde werden außerdem die Diskrepanzen zwischen den Verbrauchererwartungen und den tatsächlichen Kosten im Zusammenhang mit der KI-Inferenz hervorgehoben, was auf eine Diskrepanz bei der Anwendung von Abonnementmodellen auf große Sprachmodelle hinweist.
Alle großen Sprachmodelle arbeiten mit einem Tokensystem und wandeln Texteingaben zur Verarbeitung in numerische Darstellungen um. Die anfallenden Kosten hängen von der Komplexität der Eingabeaufforderungen ab. Berichten zufolge spiegelt die Klage ein umfassenderes Problem in der Branche wider, da herkömmliche Softwaremodelle nicht mit den Rechenanforderungen der KI-Technologie übereinstimmen.
Anthropic wollte sich zu dem laufenden Rechtsstreit nicht äußern. Da das Unternehmen und andere Akteure der KI-Branche wie OpenAI auf öffentliche Angebote umsteigen, wird erwartet, dass die Bedenken hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit der KI-Inferenz zunehmen.





