Neue Untersuchungen der North Carolina State University, der Carnegie Mellon University, der University of Pittsburgh und der University of Toronto prognostizieren, dass der Strombedarf von Rechenzentren und Kryptowährungs-Mining die Stromkosten in einigen Regionen bis 2030 um bis zu 57 % erhöhen könnte, wobei der landesweite Durchschnitt zwischen 6 % und 29 % liegt. Die Studie schätzt außerdem, dass der mit Rechenzentren verbundene Strombedarf die CO2-Emissionen bis 2030 im Vergleich zu einem Szenario ohne Wachstum der Rechenzentren um bis zu 28 % erhöhen könnte.
Die Ergebnisse, die im Artikel „Power System Costs and Emissions from Data Center and Cryptocurrency Mining Expansion in the United States“ detailliert beschrieben werden, der in der Zeitschrift Environmental Research Letters veröffentlicht wurde, deuten darauf hin, dass der Strombedarf in den USA seit fast 20 Jahren relativ stabil ist, in letzter Zeit jedoch erheblich gestiegen ist, was größtenteils darauf zurückzuführen ist zum Ausbau von Rechenzentren. „In den letzten Jahren haben wir einen erheblichen Anstieg des Strombedarfs erlebt, der größtenteils auf Rechenzentren und – in geringerem Maße – auf das Mining von Kryptowährungen zurückzuführen ist“, sagte Jeremiah Johnson, der korrespondierende Autor der Studie.
Die Forscher nutzten Computermodelle, um den zukünftigen Strombedarf von Rechenzentren und Kryptowährungen bis 2030 abzuschätzen, und analysierten stündlich Energieangebot und -nachfrage für 26 Regionen in den angrenzenden Vereinigten Staaten. „Das von uns verwendete Optimierungsmodell war darauf ausgelegt, sich auf die Stromerzeugung zu konzentrieren“, erklärte Johnson. „Eine erhöhte Nachfrage wird zu erhöhten Kohlendioxidemissionen bei der Stromerzeugung führen, die in den nächsten dreieinhalb Jahren um bis zu 28 % steigen könnten.“
Trotz der Fortschritte bei der Reduzierung der CO2-Emissionen im Energiesektor in den letzten zwei Jahrzehnten warnte Johnson, dass diese Fortschritte durch eine erhöhte Nachfrage zunichte gemacht werden könnten. Die Studie prognostiziert, dass die Preiserhöhungen in Virginia, Ost-North Carolina, Pennsylvania, Maryland, Delaware, New Jersey, West-Texas, Ohio, West Virginia und New York am deutlichsten ausfallen werden. Johnson wies darauf hin, dass das Ausmaß zukünftiger Preiserhöhungen von der geografischen Verteilung der Rechenzentren abhängen werde, und behauptete, dass eine konzentrierte Expansion in bestimmten Gebieten zu stärkeren Preiserhöhungen führen würde.
Unsicherheit besteht hinsichtlich der Kosten, die mit der Errichtung neuer Erdgasturbinen verbunden sind, und des Erdgaspreises selbst. Johnson bemerkte: „Unabhängig von den Brennstoffkosten und den Kosten für den Bau von Erdgasanlagen sehen wir immer noch einen erheblichen Anstieg der Stromkosten und CO2-Emissionen.“ Er betonte die Notwendigkeit eines öffentlichen Bewusstseins und einer fundierten Entscheidungsfindung der politischen Entscheidungsträger und betonte, dass das Jahr 2030 schnell näher rücke.
Die Forscher forderten Regulierungsbehörden und Energieversorger auf, ihre Strategien für die kurzfristige Stromerzeugung angesichts dieser Erkenntnisse zu überdenken, und betonten, wie dringend es für Regierungsbeamte sei, die Auswirkungen des Baus von Rechenzentren zu berücksichtigen, da die Nachfrage nach Strom weiter zunehme.





