Nach Angaben der EU-Kommission hat Europa Google eine Geldstrafe in Höhe von 890 Millionen Euro (1 Milliarde US-Dollar) auferlegt wegen Missbrauchs seiner Suchmaschinendominanz. Mit der Geldbuße soll gegen wettbewerbswidriges Verhalten des Technologieriesen vorgegangen werden, das angesichts der anhaltenden Spannungen mit der Trump-Regierung wahrscheinlich zu einer Eskalation der Handelsspannungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten führen wird.
Die EU-Kommission erklärte, dass Google seine marktbeherrschende Stellung ausnutze, um seine eigenen Dienste, einschließlich Shopping und Reisen, zu bevorzugen, indem es diese prominent anzeigt und gleichzeitig Konkurrenten auf niedrigere Suchrankings dränge. Die Einhaltung des Digital Markets Act (DMA) schreibt vor, dass Gatekeeper wie Google ihre eigenen Dienste nicht gegenüber Angeboten Dritter priorisieren dürfen.
In ihrem Bericht stellte die Kommission fest, dass Google Entwicklern untersagt hat, Nutzer über alternative Zahlungsmethoden bei Google Play zu informieren, was die von Google erhobenen Gebühren hätte senken können und somit gegen das DMA verstößt. „Die besten Produkte sollten erfolgreich sein, weil sie besser sind, und nicht, weil sie dem Unternehmen gehören, das die Suchmaschine betreibt“, sagte Teresa Ribera, Vizepräsidentin für Wettbewerbspolitik der Europäischen Kommission. Sie betonte, dass der DMA darauf abzielt, Fairness und Innovation für die europäischen Bürger zu schützen.
Google hat 60 Tage Zeit, der Entscheidung nachzukommen, andernfalls drohen zusätzliche Strafen in Höhe von bis zu 5 % seines weltweiten Umsatzes. Laut The New York Times argumentierte Kent Walker, General Counsel von Google, dass sich dieses Urteil nachteilig auf europäische Nutzer auswirken würde, indem er erklärte: „Das ist kein fairer Wettbewerb; es ist eine Produktverschlechterung“ und kritisierte die Regulierung wegen potenziell schlechterer Produkte.
Die Strafe entspricht weniger als 1 % des zuvor gemeldeten Quartalsgewinns von Google in Höhe von 112,1 Milliarden US-Dollar. Europäische Beamte stellten klar, dass der Zeitpunkt der Strafe nicht mit möglichen neuen Zöllen der Trump-Regierung auf europäische Waren zusammenhängt, obwohl Beobachter mit einer Reaktion der USA auf diese jüngste EU-Maßnahme gegen Google rechnen.
Amerikanische Aufsichtsbehörden haben Google ebenfalls wegen ähnlicher wettbewerbswidriger Praktiken verfolgt. Letztes Jahr bezeichnete ein Richter in einer Klage des Justizministeriums Google als Monopolist und verwies auf seine Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Monopolmacht. Bei der jüngsten Geldbuße handelt es sich nicht um die höchste Strafe, die die EU gegen Google verhängt hat. Das Unternehmen hatte zuvor Berufungsverfahren im Zusammenhang mit einer Geldbuße in Höhe von 4,7 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit seinem Android-Betriebssystem und einer Geldstrafe in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar für seine Suchpraktiken beim Einkaufen verloren.





