Sundar Pichai, CEO von Alphabet, erklärte während der Gewinnmitteilung des Unternehmens für das zweite Quartal 2026, dass Google seine Codierungs- und Agentic Coding-Fähigkeiten verbessern muss. Er betonte, dass ein größeres Gemini 4-Basismodell für die Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit in der sich entwickelnden KI-Landschaft unerlässlich sei.
Diese Kommentare folgten auf die Einführung von Gemini 3.6 Flash, das Google einen Tag zuvor veröffentlicht hatte. Pichai wies darauf hin, dass sich Gemini 4 derzeit im Vortraining befinde und räumte ein, dass es beim unveröffentlichten Gemini 3.5 Pro aufgrund von Codierungsproblemen zu Verzögerungen kommen werde.
Pichai bekundete sein Vertrauen in die Stärken von Google, räumte jedoch ein, dass es Raum für Verbesserungen bei der Codierung und der Agenten-Codierung gebe. Er bezeichnete die Einführung von 3.6 Flash als positive Entwicklung und betonte die Bedeutung größerer Basismodelle für zukünftige Durchbrüche. Zuvor, im Mai, während des Hard Fork-Podcasts, wies er darauf hin, dass Google bei der Agentencodierung „etwas im Rückstand“ sei, weil es an einem entwicklerorientierten Produkt mangele, das wertvolle Nutzungsdaten generiert, die Konkurrenten bereits nutzen.
Das mit Spannung erwartete Flaggschiffmodell Gemini 3.5 Pro muss noch veröffentlicht werden. Google hatte die 3.5-Serie auf der I/O-Veranstaltung im Mai angekündigt und gleichzeitig 3.5 Flash auf den Markt gebracht. Die Einführung von 3.5 Pro ist für den darauffolgenden Monat geplant. Google gibt nun an, dass es „derzeit Tests mit Partnern durchführt“, wobei eine umfassendere Veröffentlichung von der Bereitschaft abhängt. Bloomberg berichtete, dass Probleme mit der Codierungsleistung zur Verzögerung beigetragen hätten, wie SEJ feststellte. Eine Aktualisierung der Trainingsdaten des Modells zur Verbesserung seiner Codierungsfunktionen brachte nicht die erwarteten Ergebnisse.
Die Verzögerungen führten zu Unruhen innerhalb des Unternehmens und führten im Juni zum Weggang von zwei leitenden KI-Forschern: Noam Shazeer, Co-Leiter von Gemini, und John Jumper von AlphaFold, die zu OpenAI bzw. Anthropic wechselten, weil sie Bedenken hinsichtlich des Ansehens von Google bei KI-Codierungstools hatten.
Kürzlich hat Google Gemini 3.6 Flash auf den Markt gebracht, eine aktualisierte Version, die Verbesserungen bei der Codierung und Effizienz bietet. Bemerkenswert ist, dass diese Version 17 % weniger Ausgabetokens produziert als die vorherige Version 3.5 Flash, was die Kosteneffizienz erhöht und gleichzeitig die Codierungsfähigkeiten stärkt.
Der aktuelle Stand der Gemini-Modelle lässt sich wie folgt zusammenfassen: Gemini 3.5 Flash ist als Allzweckmodell erhältlich, während das ebenfalls erhältliche Gemini 3.6 Flash als aktualisiertes Arbeitstier dient. Gemini 3.5 Flash-Lite wurde als schnellere und kostengünstigere Alternative veröffentlicht, während sich Gemini 3.5 Pro noch in Partnertests ohne bestätigtes Veröffentlichungsdatum befindet. Gemini 4 befindet sich weiterhin in der Vorbereitungsphase, ohne dass ein bestätigter Zeitplan für den Start vorliegt.
Beim DeepSWE-Coding-Benchmark meldete Google einen Wert von 49 %, ein Anstieg gegenüber 37 % mit 3,5 Flash. Google bezeichnet 3.6 Flash als das neue Standard-Arbeitstier, während sowohl 3.5 Flash als auch die neu eingeführte Flash-Lite-Stufe in die Google-Suche integriert werden.
Für die Zukunft liegt der entscheidende Fokus auf der rechtzeitigen Veröffentlichung von 3.5 Pro und der Einhaltung des von Pichai genannten monatlichen Veröffentlichungsplans. Das erfolgreiche Erreichen dieser Ziele wird die Fähigkeit von Google unter Beweis stellen, von der Planung zur Bereitstellung neuer Produkte überzugehen. Gemini 4 wird als langfristiges Ziel angesehen, wobei der Vorschulungsprozess als die bisher ehrgeizigste Anstrengung des Unternehmens beschrieben wird, obwohl noch kein Veröffentlichungsdatum festgelegt wurde.





