Auf der Computex-Veranstaltung gab AMD bekannt, dass es die Lebensdauer der aktuellen AM5-Plattform für Desktop-PC-Benutzer bis 2029 verlängert.
Anstatt angesichts hoher Preise und steigender Kosten auf dem Speichermarkt einen disruptiven Sockelwechsel zu beschleunigen, unterstützt das Unternehmen lieber die bestehende Plattform mit brandneuen Architekturen.
Zen 6- und Zen 7-Architekturen kommen auf die AM5-Plattform
David McAfee, AMDs Vizepräsident und GM für Ryzen-CPU und Radeon-Grafik, bestätigte, dass der AM5-Sockel in den kommenden Jahren nicht nur aktualisierte Versionen vorhandener Prozessoren, sondern auch die völlig neuen Zen 6- und Zen 7-Architekturen beherbergen wird. Durch die Fortsetzung der Langlebigkeitsstrategie, die zuvor beim AM4-Sockel verfolgt wurde, möchte das Unternehmen Benutzern und Motherboard-Herstellern den unglaublich „schmerzhaften“ Prozess ersparen, Motherboards alle ein oder zwei Jahre zu wechseln.
DDR6 und PCIe Gen 6 werden die entscheidenden Faktoren für den nächsten Sockel sein
AMD berücksichtigt vor dem Übergang zu einer neueren Plattform drei grundlegende Kriterien: die Einführung neuer Industriestandards, ob diese Standards einen spürbaren Leistungssprung für den Endbenutzer bieten und das allgemeine Kosten-Nutzen-Verhältnis. David McAfee stellte fest, dass DDR6-Speicher der nächsten Generation und PCIe Gen 6-Technologien auf dem Papier zwar fantastisch aussehen, die Produktionskosten für Motherboards jedoch aufgrund der teuren Materialien, die zur Aufrechterhaltung der Signalintegrität erforderlich sind, erheblich in die Höhe treiben.
Sofern diese neuen Technologien keinen spürbaren Unterschied in realen Szenarien wie Spielladezeiten oder Systemstartgeschwindigkeiten bewirken, möchte AMD das Ökosystem nicht fragmentieren, indem es einen Sockelwechsel erzwingt.
Single-DIMM-Lösung mit X3D-Prozessoren gegen die Speicherkostenkrise
Angesichts der massiven Preiserhöhungen auf dem globalen RAM-Markt betonte AMD den erheblichen Vorteil seiner X3D-Prozessoren mit 3D-V-Cache-Technologie.
Ihren Tests zufolge führte die Verwendung eines einzelnen RAM-Sticks (Single DIMM) anstelle eines Dual-Channel-Speicher-Setups mit einem X3D-Prozessor zu einem Leistungsunterschied von lediglich 0,5 Prozent bei einer Suite von 30 Spielen. Dadurch können preisbewusste Gamer Geld sparen, indem sie zunächst nur einen RAM-Stick kaufen und diese Mittel für eine bessere Grafikkarte verwenden.
Mehr Spielraum für Übertaktungsbegeisterte
McAfee räumte ein, dass den Prozessoren in den vergangenen Jahren nahezu der gesamte Leistungsspielraum im Werk entzogen wurde, so dass den Benutzern praktisch kein Spielraum für Übertaktung blieb, und kündigte eine Änderung dieser Strategie für die neue Generation an.
In Zukunft wird AMD bewusst mehr Spielraum für Übertaktung und Unterspannung lassen, damit Hardware-Enthusiasten und Gamer experimentieren und noch mehr Leistung aus ihren CPUs herausholen können.





