TikTok testet ein Opt-in-Tool, das nach KI-generierten Ähnlichkeiten von Erstellern sucht und es ihnen ermöglicht, nicht autorisierte Deepfake-Inhalte zu kennzeichnen, bestätigte das Unternehmen diese Woche. Der Social-Media-Berater Matt Navarra identifizierte die Funktion als Erster. TikTok-US-Sprecher Zachary Kizer bestätigte gegenüber The Verge, dass sie einer begrenzten Gruppe von US-Erstellern zur Verfügung steht.
TikTok is testing AI likeness detection for creators@tiktok_us is testing an opt-in Likeness Detection tool with some US creators.
It surfaces AI-generated content that may use a creator’s face without consent. pic.twitter.com/XxTF4nUETz
— Matt Navarra (@MattNavarra) July 17, 2026
Um das Tool nutzen zu können, müssen Ersteller ihre Identität über Jumio, einen Identitätsüberprüfungsdienst eines Drittanbieters, verifizieren. Dieser Prozess umfasst einen Echtzeit-Selfie-Scan und eine amtliche Ausweisprüfung. Kizer erklärte: „TikTok speichert keine Ausweisdokumente und Gesichtsinformationen werden nur zum Ähnlichkeitsabgleich und zur Identifizierung möglicher unbefugter Verwendungen des Konterfeis eines Erstellers verwendet.“
Nach der Überprüfung durchsucht das System von TikTok die Plattform nach KI-generierten Inhalten, die möglicherweise mit dem Gesicht eines Erstellers übereinstimmen. Verifizierte Ersteller können markierte Inhalte überprüfen und Beiträge oder Konten melden, von denen sie glauben, dass sie sich als sie ausgeben.
Diese Entwicklung stellt TikTok in direkte Konkurrenz zu YouTube, das seit 2024 ähnliche Schutzmaßnahmen entwickelt. YouTube hat sein Tool zur Ähnlichkeitserkennung im Mai auf alle Nutzer über 18 Jahren ausgeweitet, nachdem es schrittweise auf bestimmte Nutzergruppen ausgeweitet wurde. Das Tool von YouTube erfordert außerdem einen Gesichtsscan im Selfie-Stil und eine Überprüfung des amtlichen Ausweises, um auf nicht autorisierte Deepfake-Inhalte zu achten.
Die Tools werden vor dem Hintergrund zunehmender Bedenken hinsichtlich KI-generierter Identitätsdiebstahlinhalte eingeführt. Eine Studie von Kapwing vom Juni 2026 ergab, dass etwa 60 Prozent der TikTok-Videos inzwischen als KI-generierte Inhalte gelten. Darüber hinaus treten die Transparenzregeln des EU-KI-Gesetzes, die maschinenlesbare Markierungen auf KI-Ausgaben vorschreiben, am 2. August in Kraft.
TikTok hat nicht bekannt gegeben, wann die Funktion zur Ähnlichkeitserkennung über die aktuelle Testgruppe hinaus allgemein verfügbar gemacht wird.





