OpenAI wird Werbung in ChatGPT einführen und mit Testversionen für eingeloggte erwachsene Benutzer in den USA beginnen, um den steigenden Kosten für künstliche Intelligenzsysteme entgegenzuwirken. Das Unternehmen gab am Freitag bekannt, dass es Anzeigen in der kostenlosen Version von ChatGPT und für Abonnenten seines neuen „Go“-Plans für 8 US-Dollar pro Monat testen werde. Benutzer mit Plus-, Pro- oder Business-Konten sehen keine Werbung. Diese Änderung folgt dem früheren Unbehagen von CEO Sam Altman gegenüber Werbung, da OpenAI unter finanziellem Druck steht, während es bis Ende 2025 einen Jahresumsatz von 20 Milliarden US-Dollar anstrebt und über einen Zeitraum von acht Jahren schätzungsweise 1,4 Billionen US-Dollar in die KI-Entwicklung investiert. Anzeigen werden unter den Antworten von ChatGPT als „gesponsert“ gekennzeichnet und haben keinen Einfluss auf die Systemantworten. OpenAI gab an, keine Benutzergespräche oder personenbezogenen Daten an Werbetreibende zu verkaufen. Benutzer können die Personalisierung von Anzeigen deaktivieren und Anzeigen werden nicht in Diskussionen zu regulierten Themen wie Gesundheit, psychische Gesundheit oder Politik geschaltet. Nutzer unter 18 Jahren sehen keine Werbung, da KI-Tools das Alter anhand des Nutzungsmusters schätzen. „Benutzer müssen darauf vertrauen, dass die Antworten von ChatGPT auf dem objektiv Nützlichen basieren“, sagte das Unternehmen. OpenAI stellte fest, dass Werbung Einnahmen generieren könnte, insbesondere weil ChatGPT die Absichten der Benutzer erfasst. Beispielsweise könnte ein Nutzer, der einen Urlaub plant, Anzeigen für Hotels oder Reisedienstleistungen sehen. Zukünftige Anzeigenformate könnten es Nutzern ermöglichen, direkt Fragen zu beworbenen Produkten zu stellen. „Angesichts der Möglichkeiten von KI freuen wir uns, im Laufe der Zeit neue Erlebnisse zu entwickeln, die die Menschen hilfreicher und relevanter finden als alle anderen Anzeigen“, sagte das Unternehmen. „Vielleicht sehen Sie bald eine Anzeige und können direkt die Fragen stellen, die Sie für eine Kaufentscheidung benötigen.“ Diese Anzeigeneinführung folgt früheren Bemühungen, ChatGPT zu einer Handels- und Lifestyle-Plattform auszubauen, einschließlich der Einführung von „Instant Checkout“ im Jahr 2023 für Einkäufe bei Einzelhändlern wie Walmart und Etsy. Das Unternehmen hat außerdem Tools für Gesundheit, Lernen und Produktivität hinzugefügt, um den täglichen Gebrauch und kostenpflichtige Upgrades zu fördern. Die Integration von Anzeigen in die Konversations-KI birgt Risiken, da ChatGPT-Interaktionen persönlich sein können und die Werbung potenziell aufdringlich wirken kann. Auch Bedenken hinsichtlich der Produktsicherheit nehmen zu, insbesondere nachdem dem Chatbot in früheren Fällen Klagen vorgeworfen wurden, den Nutzern Schaden zuzufügen. Altman erklärte zuvor in einem Interview im Jahr 2024, dass er Werbung „hasst“ und beschrieb die Vermischung mit KI als „einzigartig beunruhigend“, wies jedoch später darauf hin, dass jede Werbung eine sorgfältige Gestaltung erfordern würde. Die Entscheidung von OpenAI steht im Einklang mit einem breiteren Branchentrend; Meta begann im Dezember damit, Daten aus seinen KI-Chatbot-Interaktionen für personalisierte Werbung zu nutzen. Für OpenAI stellt diese Initiative einen Schritt in Neuland dar, bei dem das Vertrauen der Benutzer, ethische Überlegungen und die finanziellen Anforderungen einer globalen Skalierung von KI in Einklang gebracht werden.





