Berichten zufolge schließt IBM einen Deal zum Kauf des Datensoftwareunternehmens Confluent für rund 11 Milliarden US-Dollar ab. Das Wall Street Journal verkündete die Nachricht am Sonntag unter Berufung auf ungenannte Quellen, die die Confluent-Aktie im nachbörslichen Handel sofort um mehr als 20 % in die Höhe schnellen ließ. Wenn der Deal zustande kommt, würde der Wert des Unternehmens deutlich über der aktuellen Marktkapitalisierung liegen, die vor Bekanntwerden der Berichte bei rund 8 Milliarden US-Dollar lag. Während die IBM-Aktie nach den Nachrichten einen leichten Rückgang verzeichnete, signalisiert die Bewegung, dass der Technologieriese bereit ist, einen hohen Preis zu zahlen, um die für die moderne Datenverarbeitung erforderliche Infrastruktur zu sichern.
Eine Wende für die Aktionäre
Der potenzielle IBM Confluent-Deal kommt nach einem schwierigen Jahr für das Datenunternehmen. Vor dieser Rallye sank der konfluente Aktienkurs seit Jahresbeginn um etwa 17 %, was durch die allgemeine Skepsis des Marktes hinsichtlich der Bewertungen von KI-Software beeinträchtigt wurde. Anleger, die diese Volatilität überstanden haben, rechnen nun mit einer erheblichen Auszahlung, wenn die konfluente Übernahme abgeschlossen wird. Der Deal könnte bereits am Montag bekannt gegeben werden, obwohl Quellen warnen, dass die Gespräche noch scheitern könnten.
Was macht Confluent?
Für diejenigen, die sich den Preis von 11 Milliarden US-Dollar ansehen und fragen, was Confluent leistet, liegt die Antwort darin, wie moderne Anwendungen mit Daten umgehen. Confluent wurde von den Entwicklern von Apache Kafka gegründet und hat eine Plattform entwickelt, die Daten in Echtzeit verarbeitet. Im Gegensatz zu herkömmlichen Datenbanken, die Informationen zur späteren Betrachtung speichern, verarbeitet Confluent „Daten in Bewegung“. Dies ermöglicht es Unternehmen, Dinge wie Banktransaktionen, Bestandsänderungen und Kundeninteraktionen in dem Moment zu verarbeiten, in dem sie stattfinden. Diese Funktion ist für Unternehmen, die KI-Anwendungen entwickeln möchten, die auf Live-Daten und nicht auf alten Aufzeichnungen basieren, von entscheidender Bedeutung.
IBMs Infrastrukturschub
Der Kauf von Confluent wäre IBMs zweiter Infrastrukturkauf in diesem Jahr, nach dem Kauf von HashiCorp im Wert von 6,4 Milliarden US-Dollar. Durch die Erweiterung seines Portfolios um die Echtzeit-Streaming-Funktionen von Confluent sichert sich IBM einen wichtigen Teil der Backend-Ausstattung, die Unternehmen für die Ausführung von Hybrid-Cloud- und KI-Workloads benötigen.





