Ein Berliner Gericht hat entschieden, dass Google an zwei deutsche Unternehmen Schadensersatz in Höhe von insgesamt 572 Millionen Euro oder fast 665 Millionen US-Dollar wegen „Marktmissbrauchs“ zahlen muss. Wie erstmals berichtet von ReutersLaut der Entscheidung muss der Technologieriese etwa 465 Millionen Euro (ca. 540 Millionen US-Dollar) zahlen Idealo und rund 107 Millionen Euro (ca. 124 Millionen US-Dollar) an Producto. Bei beiden Unternehmen handelt es sich um Preisvergleichsplattformen mit Sitz in Deutschland. Das Urteil stellte fest, dass Google seine marktbeherrschende Stellung missbraucht hat, indem es seinen eigenen Google Shopping-Dienst in den Suchergebnissen bevorzugt.
Idealo leitete die Klage ein und behauptete, dass die Alphabet-Tochter ihre eigenen Plattformen „selbst bevorzuge“, eine Praxis, die nach Ansicht des Unternehmens unfaire Marktvorteile verschaffte und Wettbewerber behinderte. Ursprünglich verlangte Idealo Schadensersatz in Höhe von mindestens 3,3 Milliarden Eurooder über 3,8 Milliarden US-Dollar, im Februar 2025. Um diesen Behauptungen entgegenzuwirken, argumentierte Google, dass es im Jahr 2017 Änderungen vorgenommen habe, um konkurrierenden Shopping-Plattformen die gleiche Möglichkeit wie Google Shopping zu bieten, Anzeigen über die Google-Suche anzuzeigen.
Nach dem Urteil kündigte Idealo in einer Pressemitteilung an, weiterhin rechtlichen Druck auszuüben und erklärte, dass die zugesprochene Summe „nur einen Bruchteil des tatsächlichen Schadens widerspiegele“. Albrecht von Sonntag, Mitgründer und Beiratsmitglied von Idealo, betonte in der Pressemitteilung, dass „der Dominanzmissbrauch Konsequenzen haben muss und kein profitables Geschäftsmodell sein darf, das sich trotz Bußgeldern und Schadensersatzzahlungen rechnet“.
Dies ist nicht das einzige rechtliche Problem, mit dem Google in der Region in letzter Zeit konfrontiert war. Engadget weist darauf hin, dass die Europäische Union mit massiven Geldstrafen wegen Verstößen gegen den Digital Markets Act gedroht hat und dem Unternehmen insbesondere vorwirft, Google Flights und Google Hotels in den Suchergebnissen zu bevorzugen. Darüber hinaus verhängte die Europäische Kommission einen Monat vor diesem Urteil gegen Google eine Geldstrafe von fast 3 Milliarden Euro (mehr als 3,4 Milliarden US-Dollar) wegen wettbewerbswidriger Praktiken in der Werbetechnologiebranche.





