Rockstar Games, Entwickler von Grand Theft Auto, hat letzte Woche mehr als 30 Mitarbeiter entlassen, nachdem sie sich auf einem Discord-Server im Zusammenhang mit Gewerkschaftsbemühungen beteiligt hatten. Die Gewerkschaft Independent Workers of Great Britain warf dem Unternehmen Gewerkschaftszerstörung vor, während Rockstar behauptete, die Entlassungen seien auf die Weitergabe vertraulicher Informationen in einem öffentlichen Forum zurückzuführen. Die Entlassungen erfolgten inmitten zunehmender Arbeitsdiskussionen in der Videospielbranche. Mitarbeiter waren Mitglieder eines bestimmten Discord-Servers, der sich auf die Organisation von Aktivitäten konzentrierte. Rockstar und seine Muttergesellschaft Take-Two Interactive führten die Kündigungen zunächst auf grobes Fehlverhalten zurück, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Diese vage Reaktion löste sofort Spekulationen und Kritik seitens der Gewerkschaften aus. Als Reaktion auf Anfragen gab Rockstar eine Stellungnahme dazu ab Bloomberg diese Woche. Das Unternehmen gab an, dass die betroffenen Arbeitnehmer vertrauliche Informationen in einem öffentlichen Forum verbreitet und diskutiert hätten. Rockstar betonte, dass diese Maßnahmen gegen die Unternehmensrichtlinien verstießen. In der Erklärung wurde jegliche Verbindung zu einer Gewerkschaftsbeteiligung ausdrücklich bestritten und erklärt, dass die Entlassungen in keiner Weise mit dem Recht der Menschen, einer Gewerkschaft beizutreten oder sich an gewerkschaftlichen Aktivitäten zu beteiligen, in Zusammenhang stünden. Die Independent Workers of Great Britain bestritten Rockstars Darstellung. Nach Angaben der Gewerkschaft kommunizierten die Mitarbeiter nur im Rahmen einer privaten Discord-Gruppe mit Gewerkschaftsorganisatoren. Außerhalb dieser Organisatoren hatten keine Außenstehenden Zugang, was der Vorstellung eines öffentlichen Forums entgegensteht. Die IWGB betrachtete den Vorfall als gezielte Vergeltung gegen Arbeitnehmer, die bessere Arbeitsbedingungen anstrebten. Letzte Woche veröffentlichte die IWGB eine Erklärung, in der sie die Entlassungen als einen der eklatantesten und rücksichtslosesten gewerkschaftsfeindlichen Akte in der Geschichte der Spielebranche bezeichnete. Diese Charakterisierung verdeutlichte die Überzeugung der Gewerkschaft, dass das Unternehmen darauf abzielte, Tarifverhandlungen zu unterdrücken. Die Gruppe verwies auf den Zeitpunkt und die Auswahl der Mitarbeiter als Beweis für eine vorsätzliche Einmischung. In einer anschließenden Erklärung gegenüber Bloomberg ging das IWGB näher auf die Beweggründe von Rockstar ein. Die Gewerkschaft behauptete, Rockstar habe Angst davor, dass hart arbeitende Mitarbeiter privat über die Ausübung ihrer Rechte auf einen gerechteren Arbeitsplatz und eine kollektive Stimme diskutieren. Laut IWGB veranlasste diese Angst das Unternehmen, trotz des privaten Charakters der Gespräche gegen die Gruppe vorzugehen. Rockstar war im Laufe seiner Geschichte mit zahlreichen Leaks konfrontiert. Ein bemerkenswertes Beispiel ist der Vorfall im Jahr 2022 im Zusammenhang mit Grand Theft Auto 6, bei dem ein externer Hacker auf die Systeme des Unternehmens zugegriffen und Filmmaterial online veröffentlicht hat. Dieser Verstoß betraf nicht die Nutzung von Plattformen wie Discord durch interne Mitarbeiter zur Offenlegung von Informationen, was einen Unterschied zur aktuellen Situation darstellt.





