Google und NextEra Energy angekündigt eine Partnerschaft zur Wiederbelebung eines seit 2020 geschlossenen Kernkraftwerks in Iowa, um die Rechenzentren von Google mit Strom zu versorgen. Während die finanziellen Bedingungen der Vereinbarung noch nicht bekannt gegeben wurden, suchte NextEra im vergangenen Jahr nach einem Partner für die Wiederinbetriebnahme des Reaktors und passte damit zu Googles Strategie, kohlenstofffreie Energiequellen für den expandierenden Rechenzentrumsbetrieb zu integrieren. Das Duane Arnold Energy Center stellte den Betrieb ein, nachdem ein Derecho im Sommer 2020 eine sekundäre Komponente des Eindämmungssystems beschädigt hatte, die die Freisetzung radioaktiven Gases verhindern sollte. Die ursprünglich für 601 Megawatt (MW) Strom ausgelegte Anlage soll bei planmäßiger Wiederinbetriebnahme weitere 14 MW erzeugen. NextEra rechnet damit, die Anlage im Jahr 2029 wieder in Betrieb zu nehmen. Google hat sich verpflichtet, einen Großteil des Stroms für 25 Jahre zu kaufen, die verbleibende Leistung soll zu ähnlichen Bedingungen an die Central Iowa Power Cooperative verkauft werden. Die Genossenschaft hält einen Anteil von 20 % an der Anlage, obwohl NextEra Vereinbarungen zum Erwerb von Anteilen sowohl von der Genossenschaft als auch von einem anderen Minderheitseigentümer zur Kenntnis genommen hat. Angesichts der steigenden Stromnachfrage besteht bei Technologieunternehmen und Entwicklern von Rechenzentren ein erneutes Interesse an Kernenergie. Letztes Jahr hat sich Microsoft mit Constellation Energy zusammengetan, um einen Reaktor auf Three Mile Island, der 2019 geschlossen wurde, wieder in Betrieb zu nehmen. Constellation schätzt die Kosten des Three Mile Island-Projekts auf 1,6 Milliarden US-Dollar, wobei der 835-MW-Reaktor voraussichtlich im Jahr 2028 in Betrieb gehen wird. Die Wiederinbetriebnahme von Reaktoren bietet im Vergleich zum Bau neuer Anlagen einen kürzeren Weg zur Erweiterung der Kernkapazität. Allerdings erstrecken sich diese Projekte über mehrere Jahre und stehen damit in Konkurrenz zu neuen Erdgaskraftwerken, deren Entwicklung ebenfalls Jahre in Anspruch nimmt. Unternehmen wie Google nutzen auch Solar- und Batteriespeicher, die innerhalb von Monaten einsatzbereit sind und so den Zeitrahmen für die Stromversorgung neuer Rechenzentren erheblich verkürzen. https://www.youtube.com/watch?v=SpzTuY2rNL8





